Unser Konzertprogramm ist das Ergebnis eigener Recherchen in umfangreichen Volksliedsammlungen, die beidseits der deutsch-französischen Grenze, im deutschsprachigen Lothringen und im Saarland, zusammengetragen worden sind (Louis Pinck "Verklingende Weisen", 1926 - 1939, und Carl Köhler "Lieder von der Mosel und Saar", 1896). In diesen Sammlungen finden sich hunderte von Liedern und Balladen, die in vielen Fällen in ähnlicher Form weithin im deutschsprachigen Raum bekannt waren und deren Ursprünge oft über Jahrhunderte zurück reichen.

Wir haben eine Auswahl der schönsten dieser Lieder getroffen, haben sie bearbeitet und arrangiert und präsentieren sie zusammen mit traditionellen und eigenen Instrumentalstücken auf außergewöhnlichen Instrumenten.

Hörproben finden sich bei den Informationen zu unseren CDs.

"Bei den Dorfburschen war derjenige der Held, der die meisten Lieder wusste." "Vetter Nikles, der Spielmann von Gebenhausen, ...rühmte sich, keine Ziegel auf dem Dach zu haben, die er nicht mit seiner Geige verdient hätte." (Louis Pinck, "Verklingende Weisen", Band I, 1926)



Häufig wird behauptet, Louis Pinck habe die Liedtexte, die er in Lothringen hörte, ins Hochdeutsche übersetzt und damit verfälscht. Ob dies stimmt, kann man ganz unmittelbar überpüfen. Louis Pinck und seine Mitarbeiter haben sich in den 1930er Jahren damals modernster Technik bedient und Aufnahmen auf Wachswalzen gemacht. Einige dieser Wachswalzen haben sich erhalten und sind im Auftrag des Deutsche Volksliedarchivs in Freiburg digitalisiert worden. Die Tonqualität ist nach rund achtzig Jahren dürftig. Und doch: Es ist faszinierenderweise möglich, noch einige der alten Sänger zu hören, die Louis Pincks Quelle waren. Hier drei Beispiele:

DVA_WW_188 Russlandlied, aufgenommen 1931, Text: "Ist es denn wirklich wahr, wie man hat vernommen? Dass so viele tausend Mann sind nach Russland kommen."

DVA_WW_190 Das Lied vom Sterben, "Verklingende Weisen", Band 3, Seite 207, aufgenommen 1933, Text: "Jetzt fängt das schöne Frühjahr an, bald fängt das schöne Frühjahr an und alles fängt zu blühen an."

DVA_WW_193 Ehestandslied, "Verklingende Weisen", Band 1, Seite 227, aufgenommen 1930, Text: "Hört allesamt, was ich erklär! Wo kommet denn der Ehstand her? Merket auf mit Fleiss! Er ist von keinem Menschen nit, Gott hat ihn selber eingericht im Paradies, im Paradies."